Sunday, 10 May 2009

Postcards from Italy

Nein, nicht ganz: in Italien war ich noch nie. Aber davon, welche Orte ich sonst so besucht habe in Europa, kann man sich anhand der Karte unten ein Bild machen. Und genau um "Bilder machen" geht es hier auch: die Karte habe ich aus der Weltkarte des Bildorganisationsprogramms von Apple (iPhoto) ausgeschnitten. Sie basiert auf Google Maps und man kann auf Meter genau den Ort angeben, an dem man ein bestimmtes Bild gemacht hat. Bei tausenden von Photos habe ich mich natürlich im Allgemeinen auf die Stadt beschränkt, es stehen aber auch viele Pins auf Orten wie dem Niederwalddenkmal (Hessen, Deutschland), dem Muriwai Beach (Auckland, Neuseeland) und Halvards Haus (Hammerfest, Fylke Finnmark, Norwegen). Bei Weitansichten der Karte fasst das Programm automatisch Pins zusammen, wenn mehrere Orte nah beieinander liegen; so wird zum Beispiel aus Ahrweiler, Heimersheim usw. der Pin "Rhineland-Palatinate".



Die Karte zeigt nicht genau die Orte, die ich in Europa besucht habe, sondern jene, an denen ich oder ein/e Mitreisende/r Photos gemacht hat, die sich jetzt auf meiner Festplatte befinden. Es gibt einige Städte, die ich besucht habe, ohne dort ein einziges Photo zu machen (zum Beispiel Orimattila in Finnland).

Von folgenden Orten fehlen mir noch die Bilder:
  • Amsterdam
  • Riga
  • Tartu und Pärnu
  • Moskau
  • Paris, Metz, Reims, ...
  • Oslo, Bergen, ...
  • Nordkapp
  • Tampere
Meine Reisen in Deutschland sind ziemlich gut dokumentiert. Aus der Ortsübersicht von iPhoto geht hervor, dass ich in den letzten Jahren 13 von 16 deutschen Bundesländern besucht habe. Es fehlen Sachsen-Anhalt, Thüringen und das Saarland. Durch die beiden erstgenannten bin ich immerhin letzten Sommer mit dem Auto durchgefahren.

Thursday, 9 April 2009

364+1

Ich habe gerade zufällig (aber nicht ohne Belustigung) gemerkt, dass ich nun 364 "Freunde" in Facebook habe - mit mir dazugerechnet bedeutet das durchschnittlich einen Geburtstag pro Tag. Zumindest in drei von vier Jahren... Wer als nächstes mein Freund werden will, muss am 29.2. geboren sein, sonst ist da nichts zu machen!

Hehe.

Sunday, 4 January 2009

Rotorua. 1. - 3.11.2008

Bereits 30 Kilometer vor Rotorua bogen wir vom State Highway 5 ab und erreichten ein paar Minuten später das Waiotapu Thermal Wonderland. Dabei handelt es sich um einen angemessen touristisch (erkläre ich unten) aufgemachtes Gelände, in dem zahlreiche Wunder geothermischer Aktivität zu bestaunen sind. Hierzu gehören unter anderem Berühmtheiten wie der Champagne Pool, die Artist's Palette und die Devil's Inkpots. Alle zehn Meter ist eine neue, einmalige Formation zu sehen; überall blubbert, dampft und zischt es. Ich kenne keinen anderen Ort, der den Namen Wunderland so sehr verdient.
Mit "angemessen touristisch" meine ich, dass man über ausgeschilderte Wege mit Informationstafeln nahe an die natürlichen Attraktionen herankommt, gleichzeitig aber das Niveau der Informationen recht hoch gehalten und auf Schnickschnack verzichtet wird.

Um halb zehn am nächsten Tag fuhren wir vier Jungs (Aleksi, Toni, Ilkka und ich) mit einem der Autos abermals Richtung Taupo. Nicht weit vom am Vortag besuchten Waiotapu liegt ein weiterer, als Scenic Reserve eingeordneter Park namens Waimangu Volcanic Valley. War das zuvor besuchte Thermal Wonderland im Grunde ein Außenmuseum, durch das man ging und ein "Ausstellungsstück" neben dem anderen anschaute, konnte man sich nun etwas mehr und durch jenseits der Wege unberührte Wildnis bewegen. Das Waimangu-Tal ist in mancher Hinsicht sehr spannend: es entstand, als der Vulkan Tarawera am 10. Juni 1886 heftig ausbrach. Die mehrstündige Erruption raffte alles Leben im Tal dahin, auch Menschen starben. Das Tal verformte sich komplett, der Rotomahana-See gewann um ein Vielfaches an Größe, die weltberühmten Pink and White Terraces (Wikipedia!) wurden zerstört. Auferstanden aus Ruinen - in diesem Fall fruchtbarer Vulkanasche - ist alles, was heute in der Gegend wächst und lebt. Dies ist ein einmaliges Beispiel für eine solche Regeneration einer Gegend, die sich komplett in historischer Zeit abspielte. Auch nach dem großen Knall ging es in Waimangu alles andere als ruhig zu: als Beispiel sei der Waimangu ("Schwarzes Wasser"), der größte bekannte Geysir aller Zeiten (auf unserem Planeten) genannt. Er schleuderte im 36-Stunden-Zyklus Wasser und Erdreich in eine Höhe von bis zu 400 Metern (!!!). 1903 starben vier Touristen, die sich trotz Warnung zu nahe an den Drachen heran wagten. 1904 versiegte der Geysir. Abermals verstärkte sich gleichzeitig geothermische Aktivität anderorts in der Nähe.

Das tägliche Wandern zehrte natürlich - nach unserer Rückkehr waren wir Jungs alle recht müde. Nachdem wir etwas gegessen hatten, ging jeder so seiner Wege. Rotorua ist reich an Parks, nach Schwefel miefenden, blubbernden Teichen und Fußwegen, die zu den beiden Erstgenannten führen. Über ein paar dieser Fußwege lief ich erst am Ufer des Rotorua-Sees - wie auch Taupo ein zusammengebrochener Vulkan - entlang, bis ich an das ehemalige Badhaus von Rotorua gelangte. Es liegt in einem Park, der heutzutage Government Gardens heißt, und ist eines der berühmtesten Gebäude Neuseelands. Sein historischer Wert ist genauso beeindruckend wie sein Aussehen, stellte es doch die erste Investition der neuseeländischen Regierung in den Tourismus dar. Es wurde 1908 eröffnet, man durfte also zum hundertsten Geburtstag gratulieren. Heute beherbergt es das Museum of Rotorua, dessen Besuch mir leider verwehrt blieb, weil ich nur ein paar Dollar eingesteckt hatte. Zu sehen gibt es unter anderem Maori-Kunstwerke.

Das Anlegen der heutigen Government Gardens zu Beginn des 20. Jahrhunderts war ein teures und aufwendiges Projekt. Das gesamte Gelände musste entbuscht, geebnet und seine schwefligen Sümpfe trockengelegt werden. Anschließend wurden über tausend Bäume gepflanzt. Der Park kombinierte victorianische Einflüsse mit neuen Elementen. Ein Pavillon sowie einige im Laufe der Zeit hinzukommende Denkmäler runden heute das Bild des bildschönen Parks ab. Neben dem oben erwähnten Badhaus stehen in den Gardens noch andere historische Gebäude., etwa das nach langem Leerstehen gut renovierte, in mediterranem Stil gehaltene Blue Bath. Mitten im Park gibt es große Felder für Petanque, Bowls etc.. Während meines Parkbesuchs spielte einen zwei große Gruppe von Gentlemen, alle komplett inklusive Hut in weiß gekleidet, gerade ein paar Partien Bowls. Ein grandioser Anblick! Selbst ein weniger selektives Auge als das meinige hätte sich problemlos an den Anfang des 20. Jahrhunderts zurückversetzt fühlen können. Auch der mit Maori-Schnitzereien verzierte Eingang und Zaun ist eine Augenweide.

Fotos von diesem Erlebnis oder vom Badhaus habe ich leider keine - ich hatte aus Bequemlichkeit erstmalig auf meine geliebte Kamera verzichtet und ging im T-Shirt. Immer, wenn Wind aufkam, fröstelte es mich. Ansonsten hielt das Hemd warm, es besteht nämlich aus 100% neuseeländischer Merinowolle. Echt beeindruckend!

Die Jugendherberge von Rotorua verdient eine eigene Erwähnung, aber keine schmeichelhafte. Sie ist nämlich sehr grausig. Die Duschen bezauberten durch ihre Siffigkeit, Stacheldraht umzäunte das freundliche Etablissement. Die Küchenausstattung trieb einem Tränen in die Augen, bevor die Zwiebeln überhaupt geschält waren. Die in den anderen Herbergen selbstverständlich genialen Recyclingstationen waren durch das Prinzip "Eine-Große-Tonne-Für-Alles" ersetzt. Geschirr und Besteck musste sich jeder einzeln (!) an der Rezeption abholen. Dosenöffner gab's nicht, man musste in der Küche der auf dem Gelände gelegenen Gaststätte fragen, ob sie einem die Dinger öffnen können. Einen Korkenzieher gab es nicht mal dort - daran sind allerdings die bei den leckeren neuseeländischen Weinen verbreiteten Metalldrehverschlüsse schuld. So blieb der Wein zu und ich wurde es nicht.

Allerdings traf man auch hier nette Leute. In Rotorua leben sehr viele Maori. An unserem ersten Abend in der Stadt spielte Australien gegen Neuseeland Rugby. Leute versammelten sich schon lange vor Spielbeginn in der eben erwähnten Kneipe mit den Dosenöffnern. Sie tranken Flaschenbier und sangen zur Guitarre - eine Mordsstimmung. Das folgende Spiel schien ausgeglichen zu sein - immer wenn ich schaute, war gerade Gleichstand. Ich selber war nicht in der Bar, alles eben Erzählte sah ich von draußen durch die großen Glasscheiben.

Ich lernte unter anderem auch eine Gruppe von jugendlichen Maori kennen, und zum ersten Mal seit Kaikoura hörte ich die Sprache. Ich musste auch einige Sätze nachsprechen, an die ich mich aber leider nicht mehr erinnern kann. Mit der Aussprache waren die Muttersprachler zu meinem großen Stolz sehr zufrieden. Sie waren wirklich extrem freundlich. Anni erzählte sogar, dass eines der Mädchen ihr einfach so Hilfe beim Spülen angeboten habe. Von Fremden ist man so was als finnisches Mädchen höchstens von schleimigen Kerlen mit eigennützigen Hintergedanken gewöhnt.

Wai-O-Tapu Thermal Wonderland:


Schwefelsaures Wasser (unten blubbert es schwarz) frisst Höhlen ins Gestein.

Artist's Palette.

Dieser kleine See hatte eine mekwürdige Smaragdfarbe.

Silikatablagerungen bilden im Laufe von Jahrhunderten Terassen. Heißes, Saures Wasser löst die Mineralien unter der Erde und transportiert sie an die Oberfläche. Auch die oben erwähnten Pink and White Terraces entstanden so.

Überall blubbert es!

Wo schwefelhaltiger Dampf austritt, kann im Laufe von Jahren elementares Schwefel auskristallisieren.

Riesige Terasse. Beachte die Schichtenstruktur.

Am Rand des riesigen, weltberühmten Champagne Pool. Man sieht am ca. 70°C heißen Wasser, dass er perlt wie ein Glas Sekt - daher der Name. Er macht dabei ein zischendes Geräusch. Die Ablagerungen am Ufer bestehen aus Blei, Arsen, Schwefel, Mangan und vielen weiteren Leckerbissen.


Waimangu Volcanic Valley:

Ein See.

Schplutz!


Black Swans, Schwarze Schwäne auf dem Rotomahana-See. Eine eingeschleppte Spezies aus Australien.


Wirklich keine Falschfarbenaufnahme! Wieder bilden Silikat- und andere Ablagerungen den Rand des Beckens. Sie scheinen mit Algen bewachsen zu sein, ganz sicher bin ich mir da nicht.

Taupo. 30.10. - 1.11.2008

In Wellington kann man sicher eine Woche verbringen, ohne sich zu langweilen, in dem man in etwa den vielen Kulturangeboten nachgeht oder die nahen Weingüter besucht. Leider mussten wir am nächsten Morgen wieder weiter.
Diesmal war es eine längere Fahrt: für die knapp 400 Kilometer Straße von Wellington nach Taupo im Herzen der Nordinsel braucht man um 6 Stunden, wenn man ab und zu anhält und sich umsieht.

Auf der ersten Fahrt auf der Nordinsel gab es auch wieder Einiges zu sehen. Stellenweise war die Landschaft komplett entwaldet. Sie bestand dann aus graßbewachsenen Hügeln, auf denen Schafe grasten. Mal viele, so dass pro Schaf gerade mal ein paar Quadratmeter Platz war, manchmal wenige oder auch gar keine. Entsprechend der Entwaldung waren auch leichte bis starke Spuren von Bodenerosion zu sehen. Stellenweise hatte Wasser die gesamte Hälfte eines Hügels in einen Bach geschwemmt. Helle, sandige Erde kam dann zum Vorschein; vermutlich trotz des hellen Aussehens ziemlich humushaltig und fruchtbar. Vielerorts waren Baumketten und Büsche strategisch gegen die Erosion gepflanzt worden. Manchmal war auch einfach ein Hang oder ein Bach umzäunt, damit größere Pflanzen, welche die Schafe sonst im Wachstum fressen oder zertrampeln würden, durchkommen und Schutz gegen Erosion bieten konnten.

Wir statteten auch dem nahe an unserem Weg gelegenen Gravity Canyon einen Besuch ab. Eine sehr tiefe Schlucht, die sich einfach so durch die Hügel schlängelt. Von einem Fluss geformt, welcher auch heute noch in der Tiefe fließt. Wir schauten uns eine Bungee jumping-Brücke an. Achtzig Meter kann man sich dort in die Tiefe stürzen. Wir waren sogar Zeugen eines Sprunges, den ein Mann um die dreißig wagte. Diejenigen von uns, die sich ihrerseits anderswo zum Bungeespringen angemeldet hatten (Sanni, Sofia, Ilkka) schluckten bei seinem Anblick auf der Sprungplattform.

Über derartige Umwege, zu denen auch Mittagessen in einem Ort namens Bulls gehörte, gelangten wir schließlich an den Lake Taupo und wenig später in die Stadt Taupo. Ersterer ist der größte See Neuseelands, in der Mitte der Nordinsel gelegen, zweiteres ist eine Kleinstadt. Die Jugendherberge dort ist großartig! Sehr gemütlich, mit Innenhof und hoher Terasse.

Den nächsten Tag nutzten wir für eine etwa sechs Stunden lange Wanderung im Nationalpark Tongariro. Dieser Park, einer der ältesten Nationalparks der Welt, bildet mit seinen drei berühmten Vulkanen Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu das Ende der Taupo Volcanic Zone, einer vulkanisch und geothermisch hochaktiven Zone, die ihrerseits Teil des sogenannten Pazifischen Feuerrings ist. Der Nationalpark liegt eine gute halbe Stunde Autofahrt südlich von Taupo. Das ursprüngliche Gebiet des Parks schenkte der weise Maorihäuptling Heu Heu der britischen Krone mit der Auflage, dass es unverändert erhalten bleibe. Er sah darin die einzige Möglichkeit, es vor den weltlichen Interessen der europäischen Siedler zu schützen - mit Erfolg.
Der Landschaften im Park sind je nach Lage sehr unterschiedlich; in dem Teil des riesigen Parks, durch den unsere Wanderung führte, war der größte Teil der Fläche recht dichtes Buschland. Je höher wir kamen, umso spärlicher wurde die Vegetation. Überall sah man den vulkanischen Ursprung des Untergrundes; durch das Erdreich aus Vulkanasche fraßen sich Bäche, überall lagen Steine aus erstarrter Lava herum. Aufgrund des Fehlens von höheren Gewächsen konnte man sehr weit sehen. Von den drei Vulkanen konnten wir den zerklüfteten Ruapehu, den man optisch gar nicht so leicht als Vulkan identifizieren kann, und den Ngauruhoe, dessen typische Kegelform seine Natur sofort verrät, fast die ganze Zeit sehen. Das letzte Stück der Strecke, der Weg zum Höheren Takasee führte uns in eine Höhe von etwa 1400 Metern. Losgelaufen waren wir vom Visitor Centre (untersteht dem staatlichen Department of Conservation) auf etwa 1000 Metern. Dort oben war es trotz blauen Himmels und Sonnenschein enorm windig. Zum Glück entdeckten wir einen runden, aus zu über einem Meter hohen Wällen geschichteten Steinen Windschutz. Dort verzehrten wir unseren restlichen Proviant und machten uns an den Abstieg.
Nicht mit dabei beim Wandern waren Sanni, Sofia und Anni, die stattdessen eine Reittour in der Nähe der Craters of the Moon (siehe unten) bei Taupo machten.

Der folgende Tag begann als Abenteuer. Zumindest für Sanni, Sofia und Ilkka. Die drei hatten sich beim Taupo Bungy freiwillig zu einem Sprung aus 47 Metern Höhe über dem Waikato River gemeldet. Die restlichen sechs fieberten kräftig mit, besonders mit Ilkka, welcher Höhenangst hat und daher besonders viel Mut aufbringen musste. Ich bewundere, dass er tatsächlich gesprungen ist!

Anschließend fuhren wir ein paar Kilometer zu den nahen Craters of the Moon, einem geothermisch aktiven Tal, dessen Aktivität und Ausdehnungen extrem zunahmen, als in der Nähe das Geothermische Elektrizitätswerk Wairakei konstruiert wurde. Gleichzeitig versiegten einige Geysire in der Region. Es handelt sich hier also um hochkomplizierte und noch nicht besonders gut erforschte unterirdische Systeme.
Die Craters of the Moon heißen so, weil scheinbar irgendwann mal jemand der Meinung war, dass Mondkrater optisch ihre nächsten Verwandten darstellen müssen. Nun ja... Gegen einen günstigen Eintritt von umgerechnet gut zwei Euro darf man auf eigene Faust die sicheren, befestigten Wege nutzen, die einen durch das höchst veränderliche und teilweise instabile Gelände führen. Man darf sie nicht verlassen, was mir in der Tat sinnvoll erscheint.
Was aber ist nun so interessant an diesem Fleckchen Erde? Also: unter dem Tal gelangt Magma bis relativ nah an die Erdoberfläche. Dort erhitzt es das Gestein, dieses wiederum das Grundwasser. Das Wasser kann unter hohem Druck sogar weit über hundert Grad heiß werden, wie in einem Druckkochtopf. Das Wasser dehnt sich beim Erhitzen aus und brodelt an die Oberfläche. Dort kann es zum Beispiel in Stößen als Geysir hervorschießen, oder als heiße Quelle hervorblubbern. In den Craters of the Moon kommt das Wasser zum größten Teil durch winzige Risse und Spalten im Boden. An der kalten Luft dampft das heiße Wasser, daher erheben sich überall weiße Schwaden in allen Größen. Manchmal kommt es vor, dass das Wasser nicht aufsteigen kann und sich Druck aufbaut. Wird dann der Weg frei, kocht das überhitzte Wasser schlagartig auf und schleudert Erdreich in die Luft - so entstehen die Krater.
Das heiße Wasser löst zahlreiche Mineralien aus dem Boden, welche sich an der Oberfläche farbenfroh ablagern. Dies verursacht auch eklige schwefelige Gerüche. Außerdem wachsen zahlreiche sehr spezialisierte Pflanzen in dem heißen Boden. Die Dampfschwaden sind wirklich angenehm warm, ebenfalls der Boden. Als echter werdender Wissenschaftler bohrte ich natürlich auch einen Finger nahe einer Stelle, an der ein klitzekleines bisschen Dampf aufstieg, in den Boden. Das fühlte sich ungefähr so an, als hätte ich die Spitze in einer Tasse frisch aufgebrühtem Tee versenkt.

Vom Mond reisten wir dann weiter in Richtung unserer nächsten Herberge. Diese lag im nur 80 Kilometer nördlich gelegenen Rotorua.

Craters of the Moon bei Sonnenuntergang.
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Nationalpark Tongariro:

Wasser frisst sich mit Leichtigkeit durch das Erdreich aus vulkanischer Asche.




Lower Taka Lake, im Hintergrund der hochaktive Vulkan Ruapehu.

Willkommener Windschutz.

Der Vulkan Ngauruhoe.

Süß.

Ilkka.



Taupo Bungee über dem Waikato-Fluss. Am Seil Sanni.



Craters of the Moon am Tag.

Monday, 24 November 2008

Schnee!

Die weiße Pracht ist da! Noch, muss man leider sagen, denn in den nächsten Tagen wird sie sich vorraussichtlich einer wundersamen Metamorphose in einen graubraunen Matsch unterziehen. Vulgär gesagt der Durchfall des Himmels.

Am Wochenende war in Orivesi Chorlager mit Dominante. Nach einer relativ kurzen Nacht mit Sauna wurde am Sonntag weiter geprobt, dann ging es mit dem Reisebus nach Tampere. Im dortigen Dom (mit genialen Malereien von Hugo Simberg) führten wir Salvat 1701 (Jaakko Mäntyjärvi) ein weiteres Mal auf. Leider war das Publikum kleiner als sonst, das Stück aber umso feiner. Wir haben in letzter Zeit viel daran geschliffen. Langsam funkelt der Diamant! Und draußen schneite es, in Tampere wie in Helsinki

Nach dem schönen Wochenende ging es heute gleich weiter mit den Proben... die reguläre Montagsprobe. Und eine Tenorprobe im Januar wurde festgelegt - in der Nacht davor komme ich aus Deutschland zurück. Was ein Glück! Die kindliche Vorfreude stellt die auf Weihnachten ganz in den Schatten, hehe.

Heute abend haben wir Wahlen im Chor und von derem Verlauf wird vermutlich auch die Dauer meines Studiums abhängen. Ein Amt, in das ich vielleicht gewählt werde, nimmt viel Zeit in Anspruch. Aber noch ist alles offen, auch, ob ich überhaupt zur Wahl antrete. Zwar wird am Ende immer demokratisch entschieden, aber zunächst sprechen die möglichen Kandidaten untereinander ab, wer am Sinnvollsten in Frage kommt. Die Wahlversammlung verspricht auf jeden Fall, nett zu werden, denn es gibt Essen, Bier und Sauna in großartiger Gesellschaft nebenbei und später hauptsächlich. Schon allein deshalb freu ich mich darauf.

Tuesday, 11 November 2008

Wellington (28. - 30.10.2008)

Eine weitere Station auf dem Weg nach Wellington war, mehr oder weniger, Picton. Von der kleinen Stadt sahen wir allerdings nicht viel, wir fuhren direkt an den Hafen. Hier verließen wir die Südinsel und fuhren drei Stunden lang mit einer Interislander-Fähre auf die Nordinsel. Bye bye!
Die Überfahrt war nicht uninteressant. Vor Picton liegen einige Inseln, und sowohl Wellington, als auch Picton liegen in einer Bucht. Dadurch war lange Land zu sehen.
Auf der knapp 300 Menschen plus Autos und LKW transportierenden Fähre gab es Manches zu tun: es gab ein Kino, einen kleinen überteuerten Kiosk, ein Bistro mit akzeptablen Preisen und deftigen warmen Mahlzeiten, viel Außendeckfläche, eine Bar mit guten neuseeländischen Weinen und einer urigen jammenden Jazzband in der Ecke, und zu meiner Freude auch Arbeitsnischen mit Leselampen, Steckdosen und bequemen Polsterstühlen. Ehrlich gesagt habe ich große Teile dieses Reisetagebuches dort geschrieben. Bei der Ankunft gingen wir nach draußen, um die südlichste Hauptstadt der Welt in der angebrochenen Nacht glitzern zu sehen. Ein schöner Anblick! Und eine ßtaife Briiese! Der Wind war gerade so warm, dass die Kälte nicht schmerzhaft war. Da kann man nicht klagen! Die Stimmung war ausgelassen.

Der nächste Tag begann nach dem gemeinsamen Frühstück mit einem Besuch des neuseeländischen Nationalmuseums Te Papa (Our Place), welches nur einige hunder Meter von der Jugendherberge entfernt am Ufer liegt. Das Museum ist großartig! Ein großes, modernes Gebäude, in dem zum jedem erdenklichen Thema in Neuseeland etwas zu finden ist. Auf drei gewaltigen Stockwerken sind die verschiedenen Ausstellungen - zum Beispiel über Naturgewalten in Neuseeland, Tier- und Pflanzenwelt, Schaffung der neuseeländischen Identität, Immigration, etc. - sehr multimedial und für jedes Alter geeignet eingerichtet. Es fehlt wirklich an Nichts: sogar ein kleiner botanischer Garten draußen und eine Kunstausstellung im obersten Stockwerk sind vorhanden. Dementsprechend lang streunten wir einzeln durch das Museum. Erst als der Magenhunger den Wissensdurst vollends übertönte, machten wir uns auf meinen Vorschlag hin gemeinsam in Richtung Cuba Street auf.

Die Cuba Street ist eine hippe Staße, bestehend aus alternativen Boutiquen, Plattenläden sowie Küche aus aller Welt. Nahe dem westlichen Ende waren auch Massagesalons und Läden mit verhangenen Schaufenstern zu sehen.
Nach einem preiswerten Burrito ging ich, teils noch in Begleitung, die ganze Straße entlang. Ich betrat viele Läden, und bekam insbesondere in Sachen Kleidung und Design manches Nette zu sehen. Ich kaufte allerdings nichts, die Preisschilder beeindruckten nämlich auch.

Von der Cuba Street wechselte ich elegant auf den Lambdon Quay. Dieser stellt mit seinen Hochhäusern und Mainstreamläden ein wichtiges Geschäfts- und vor allem Einkaufszentrum Wellingtons da. Hier gab es keine besonders ausgefallenen Läden mehr. Erstmalig sah ich in Neuseeland richtige Hochhäuser!

Über den Lambdon Quay kam ich zum Parlament, welches aufgrund seiner Form Beehive, also Bienennest genannt wird. In dessen unmittelbarer Nähe befanden sich außerdem die Nationalbibliothek (mit furchtbar kurzen Öffnungszeiten), das Nationalarchiv, der neue Dom sowie Old St. Paul's, eine im neogotischen Stil komplett aus einheimischem Holz erbaute ehemalige Kathedrale. Leider war es schon kurz nach fünf, und die Kirche gerade geschlossen, so dass ich sie nur von außen bestaunen konnte. Toni hatte, wie er später erzählte, mehr Glück gehabt. Er war rechtzeitig gekommen.

Mit langsam müde werdenden Beinen wählte ich den Rückweg am Meer entlang, wie ich es am Morgen auf der Karte geplant hatte. Er entpuppte sich als eine gelungene Wahl! Angenehm war auch, dass man auf der Uferpromenade nicht alle fünf Meter auf das langsame Ergrünen einer Ampel warten musste.
Am Ende meines Uferweges, schon nahe bei der Jugendherberge erwartete mich als grande finale der genial gestaltete Platz vor dem Civic Centre: dort sind einige Außenkunstwerke, zum Beispiel eine archaisch verzierte hölzerne Brücke und eine aus metallenen Farnwedeln geformte "schwebende" Kugel zu bestaunen.

Der Rest des Tages bestand aus der Wiederversammlung und dem gemeinsamen Abendessen in der Jugendherberge. Diesmal wurde nichts gekocht, stattdessen gab es leckeren Obstsalat in rauhen Mengen. In Neuseeland schmecken nicht nur die Kiwis besser. Besonders seien Ananas und Avocado erwähnt!



Te Papa.

Cuba Street.

Das Parlament, links das Beehive.

Architektur im Regierungsviertel.

Old St. Paul's.

Blick auf die Bucht.


Kunst... mir mal nen Euro leihen?

Brumm brumm.

Ilkka übt für Mt. Cook.

Kaikoura (28.10.2008)

Das Dorf Kaikoura, gelegen auf einer Landzunge an der Ostküste, deren Form an die einer Waalschwanzflosse erinnert, war eine Art Zwischenstation auf dem Weg nach Wellington. Wir hatten eine Whale Watch-Bootstour gebucht. Sehr touristisch! In schnellen Katamaranen rasten etwa 70 Touristen und eine stattliche Mannschaft über den Rand des Kontinentalschelfs hinaus. Dort, im etwa 1200 Meter tiefen Wasser gehen Pottwale (auf englisch heißen sie lustigerweise sperm whale) auf etwa 40-60 Minuten lange Tauchgänge, bevor sie wieder einige Minuten zum Atmen auftauchen. Vor Kaikoura lassen sich auch andere Wale sehen, aber scheinbar nicht zu dieser Jahreszeit. Diese wären zum Beispiel Südkaper (southern right whale) und Blauwale (blue whale). Geortet werden die tonnenschweren Tiere mit einem Hydrophon, welches den von ihnen ausgehenden Schall wahrnimmt, und von der Mannschaft, die nach den ausgespienen Wasserfontainen Ausschau hielt. Die Schiffe fahren löblicherweise nur bis auf etwa 15 Meter an die über zwanzig Meter langen Tiere an der Oberfläche heran. Sie nähern sich dabei auch nur so, dass der Wal sie sehen kann, damit er nicht nervös wird. Da treibt das Tier dann wie ein grauer Felsen, sprüht Wasser in die Höhe und taucht irgendwann ab, wobei es die Schwanzflosse nachzieht - das berühmte Bild. Wir sahen zwei verschiedene Wale jeweils zwei Mal. Im Grunde ist eine Sichtung wie die andere, ohne Teleobjektiv ließen sich auch keine interessanten Fotos machen. So genoss ich eher die majästetische Ruhe, welche die Tiere ausstrahlten.
Wir bekamen zwar keine anderen Wale mehr zu sehen, wohl aber Albatrosse, welche innerhalb von 24 Stunden 1000 Kilometer segeln können, andere Vögel, sowie neuseeländische Seebären (fur seal).
Als wir nach der Tour mit den Autos gerade abfuhren, blickte ich den Strand herunter auf den offenen Pazifik hinaus, als ich plötzlich im flachen Wasser eine Bewegung wahrnahm. Und so erblickten wir bei genauerem Hinsehen alle auch noch einen Delfin. Wozu in die Ferne schweifen, sieh! das Gute liegt so nah.

Ein abtauchender Pottwal.

Das Hydrophon.

Ein Albatross - schwimmend sehen sie eher dick aus, da sie ihre riesigen Flügel geschickt zusammenfalten.