Tuesday, 11 November 2008

Wellington (28. - 30.10.2008)

Eine weitere Station auf dem Weg nach Wellington war, mehr oder weniger, Picton. Von der kleinen Stadt sahen wir allerdings nicht viel, wir fuhren direkt an den Hafen. Hier verließen wir die Südinsel und fuhren drei Stunden lang mit einer Interislander-Fähre auf die Nordinsel. Bye bye!
Die Überfahrt war nicht uninteressant. Vor Picton liegen einige Inseln, und sowohl Wellington, als auch Picton liegen in einer Bucht. Dadurch war lange Land zu sehen.
Auf der knapp 300 Menschen plus Autos und LKW transportierenden Fähre gab es Manches zu tun: es gab ein Kino, einen kleinen überteuerten Kiosk, ein Bistro mit akzeptablen Preisen und deftigen warmen Mahlzeiten, viel Außendeckfläche, eine Bar mit guten neuseeländischen Weinen und einer urigen jammenden Jazzband in der Ecke, und zu meiner Freude auch Arbeitsnischen mit Leselampen, Steckdosen und bequemen Polsterstühlen. Ehrlich gesagt habe ich große Teile dieses Reisetagebuches dort geschrieben. Bei der Ankunft gingen wir nach draußen, um die südlichste Hauptstadt der Welt in der angebrochenen Nacht glitzern zu sehen. Ein schöner Anblick! Und eine ßtaife Briiese! Der Wind war gerade so warm, dass die Kälte nicht schmerzhaft war. Da kann man nicht klagen! Die Stimmung war ausgelassen.

Der nächste Tag begann nach dem gemeinsamen Frühstück mit einem Besuch des neuseeländischen Nationalmuseums Te Papa (Our Place), welches nur einige hunder Meter von der Jugendherberge entfernt am Ufer liegt. Das Museum ist großartig! Ein großes, modernes Gebäude, in dem zum jedem erdenklichen Thema in Neuseeland etwas zu finden ist. Auf drei gewaltigen Stockwerken sind die verschiedenen Ausstellungen - zum Beispiel über Naturgewalten in Neuseeland, Tier- und Pflanzenwelt, Schaffung der neuseeländischen Identität, Immigration, etc. - sehr multimedial und für jedes Alter geeignet eingerichtet. Es fehlt wirklich an Nichts: sogar ein kleiner botanischer Garten draußen und eine Kunstausstellung im obersten Stockwerk sind vorhanden. Dementsprechend lang streunten wir einzeln durch das Museum. Erst als der Magenhunger den Wissensdurst vollends übertönte, machten wir uns auf meinen Vorschlag hin gemeinsam in Richtung Cuba Street auf.

Die Cuba Street ist eine hippe Staße, bestehend aus alternativen Boutiquen, Plattenläden sowie Küche aus aller Welt. Nahe dem westlichen Ende waren auch Massagesalons und Läden mit verhangenen Schaufenstern zu sehen.
Nach einem preiswerten Burrito ging ich, teils noch in Begleitung, die ganze Straße entlang. Ich betrat viele Läden, und bekam insbesondere in Sachen Kleidung und Design manches Nette zu sehen. Ich kaufte allerdings nichts, die Preisschilder beeindruckten nämlich auch.

Von der Cuba Street wechselte ich elegant auf den Lambdon Quay. Dieser stellt mit seinen Hochhäusern und Mainstreamläden ein wichtiges Geschäfts- und vor allem Einkaufszentrum Wellingtons da. Hier gab es keine besonders ausgefallenen Läden mehr. Erstmalig sah ich in Neuseeland richtige Hochhäuser!

Über den Lambdon Quay kam ich zum Parlament, welches aufgrund seiner Form Beehive, also Bienennest genannt wird. In dessen unmittelbarer Nähe befanden sich außerdem die Nationalbibliothek (mit furchtbar kurzen Öffnungszeiten), das Nationalarchiv, der neue Dom sowie Old St. Paul's, eine im neogotischen Stil komplett aus einheimischem Holz erbaute ehemalige Kathedrale. Leider war es schon kurz nach fünf, und die Kirche gerade geschlossen, so dass ich sie nur von außen bestaunen konnte. Toni hatte, wie er später erzählte, mehr Glück gehabt. Er war rechtzeitig gekommen.

Mit langsam müde werdenden Beinen wählte ich den Rückweg am Meer entlang, wie ich es am Morgen auf der Karte geplant hatte. Er entpuppte sich als eine gelungene Wahl! Angenehm war auch, dass man auf der Uferpromenade nicht alle fünf Meter auf das langsame Ergrünen einer Ampel warten musste.
Am Ende meines Uferweges, schon nahe bei der Jugendherberge erwartete mich als grande finale der genial gestaltete Platz vor dem Civic Centre: dort sind einige Außenkunstwerke, zum Beispiel eine archaisch verzierte hölzerne Brücke und eine aus metallenen Farnwedeln geformte "schwebende" Kugel zu bestaunen.

Der Rest des Tages bestand aus der Wiederversammlung und dem gemeinsamen Abendessen in der Jugendherberge. Diesmal wurde nichts gekocht, stattdessen gab es leckeren Obstsalat in rauhen Mengen. In Neuseeland schmecken nicht nur die Kiwis besser. Besonders seien Ananas und Avocado erwähnt!



Te Papa.

Cuba Street.

Das Parlament, links das Beehive.

Architektur im Regierungsviertel.

Old St. Paul's.

Blick auf die Bucht.


Kunst... mir mal nen Euro leihen?

Brumm brumm.

Ilkka übt für Mt. Cook.

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