Saturday, 8 March 2008

Unpünktlichkeiten

Gestern hab ich mich kräftig über unseren Herrn Bassisten aufgeregt. Er schafft es immer, zu spät oder gar nicht zu kommen, nachdem er bereits angekündigt hat, wann er wo sein würde. Er ist ein lockerer Typ, eindeutig einer meiner besten Freunde, und, wie ich vor ein paar Tagen gemerkt habe, immer gut gelaunt. Ich kann mich nur an eine Situation in letzter Zeit erinnern, in der er mies drauf war: als wir nach der Chorprobe zweit noch zu Subway marschiert sind, dieser aber schon zu hatte. Da hat er laut vor sich hingeflucht.

Mafu, Joona und Aleksi beim espoo ciné - Filmfestival. Sommer 2007.

Nach vielen Wirrungen kauf mir bei ALKO eine Flasche Rotwein und fahr zurück zum Probenraum. Ich hab gestern bestimmt 3 Stunden in Bussen verbracht.
Angekommen stecke ich die Ohrenstöpsel bis zum Anschlag rein und trommel erst mal den Frust raus.

Hagel in Hki. Frühling 2007.

Der restliche Abend war sehr nett. Ich verbrachte vier Stunden alleine in der kahlen Betonzelle. Der Wein war die einzige irdische Versuchung, ansonsten gab es nur mich und meine Gitarre. Ich übte klassisch, denn ich wurde gefragt, ob ich Lust habe, am Mittwoch in einem großen Gitarrenkonzert mit einem Stück aufzutreten. Bis morgen muss ich sagen, ob ich komme oder nicht - also muss ich wissen, ob ich das Stück bis Mittwoch draufhabe.

Hab auch ein bisschen komponiert - was, kann ich leider nicht schreiben, da meine Schwester das hier höchstwahrscheinlich liest. Hihi!

Thursday, 6 March 2008

Dreierlei Veranstaltungen

Gestern war ein ganz interessanter Tag. Zum ersten Mal im Leben habe ich als Vorsitzender die Versammlung eines eingetragenen Vereins geleitet. Außerdem war ich in der DSH und habe den Oberstufenschülern ein wenig über das Leben nach der Schule - für das man dort ja bekanntlich lernt - erzählt. Zum Tagesausklang gab es Musik und Gespräche mit dem Musikernachwuchs der DSH.

Die Versammlung war eine Vorstandssitzung von pOTAatti, einem Verein an der TU, dessen Ziel die Verbreitung von biologisch angebauten, regionalen und fair gehandelten Produkten ist. Dazu gehören Kochabende, Exkursionen in Betriebe, Informationsschreiben auf die Mailingliste sowie einzelne andere Aktivitäten. So hat der 1992 gegründete Verein im letzten Jahrtausend Beerensträucher auf dem Campus gepflanzt. Irgendwann hat der Winter sie leider gemeuchelt. Potaatti hatte seit seiner Gründung immer nur eine handvoll Mitglieder. Letztes Jahr wurde ich zum Finanzverwalter, dieses Jahr zum Vorsitzenden gewählt.
Während meine erste Aufgabe aufgrund der im Vergleich zu vielen größeren Vereinen überschaubaren Aktivität sehr einfach war, habe ich jetzt vor, es mir nicht zu leicht zu machen! Ich möchte meine ganze Kraft daran setzen, den Verein im laufenden Jahr viel bekannter zu machen, viel mehr und vielseitigere Aktivitäten durchzuziehen und möglichst viele neue Mitglieder anzuwerben. Die Leute interessieren sich eindeutig für das gebotene Thema, an potentiellen Mitgliedern ist die Uni voll, aber obwohl in den Vereinslisten des Studentenwerkes geführt, ist der Potaatti sehr unbekannt. Ich bin überzeugt, dass man das durch öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen leicht ändern und unter Interessierten einen Schneeballeffekt erzeugen kann. Auch Mark, unser Verantwortlicher für Aktivitäten, hat das erkannt und hat den genialen Vorschlag geliefert, im Herbst allgemeine Kochkurse besonders für neue Studenten zu veranstalten. Am 18.3. ist Jahresversammlung, wo die kommenden Aktivitäten, die ich bis dahin sammeln muss, besprochen und akzeptziert werden.

Hautgebäude TKK, Ort der Versammlung. Gestern.

Von der Sitzung fuhr ich direkt ins Zentrum und kam gerade noch rechtzeitig zur Oberstufeninfo an der DSH. Als erster Ehemaliger hatte ein guter Bekannter das Wort: mein Bruder. Dann war ich dran. Vorbereitet hatte ich natürlich nix, also erzählte ich sehr knapp (was mir sonst schwer fällt) meinen Werdegang und gab dann ein paar subjektive Tipps - das war ja der Sinn der Veranstaltung. Meine beiden Hauptthesen:
  • Keine Panik! Wenn ihr nicht wisst, was ihr mit euch anfangen sollt, macht euch nicht zu viele Sorgen, sondern probiert einfach was aus. Ihr merkt dann in der Regel verblüffend schnell, was ihr wollt und was nicht.
  • Die Schulausbildung ist dazu da, eine gute Allgemeinbildung zu liefern, deduktives und induktives Denken zu trainieren, Interesse zu wecken.
    Sie ist nicht dazu da, tiefe Fachkenntnisse in einzelnen Fächern zu erlangen, sich stark zu spezialisieren, sich nur an das heranzuwagen was man gut kann. Dafür ist die weitere Ausbildung da.
Es wurden gute Fragen gestellt, ein Junge kam sogar nachher zu mir und stellte sehr detailliert seine Situation vor und was er gerne wo studieren würde, um nach Ratschlägen zu fragen. Ich dachte kurz nach und antwortete genauso spezifisch: "Erstens würde ich..., zweitens...". Danach erklärte ich meine Ratschläge und versuchte allgemein zu erklären, was für Möglichkeiten es gibt. Ich dachte, so hat er den größten Nutzen - man muss seine Antworten sehr stark an den Fragesteller anpassen: Wenn einer sagt, er möchte an der TU Helsinki Architektur studieren, sage ich ihm, welche Fächer er meiner Meinung nach nehmen sollte etc..
Mein Vortrag bekam sehr positive Kommentare von Lehrern und Veranstaltern. Monika, einer sehr hippen Lehrerin, gefiel, dass ich den Schülern gegenüber weder arrogant noch anbiedernd ("ich bin doch einer von euch"), sondern sehr souverän gewesen sei. Sie kritisierte allerdings auch, dass ich das Studium in Deutschland allgemein runtergemacht habe. Das gab mir Gewissensbisse - ich hatte das nicht beabsichtigt, als ich die Studienbedingungen in Finnland hoch lobte und wohl scherzhaft meinte, so toll sei es nirgendwo anders. Monika fand es sehr deutsch von mir, mein Heimatland schlecht zu machen. Sie bedauerte, dass man sichhistorisch bedingt überall schäme, Deutscher zu sein und dass das auch oft von einem erwartet würde. Hierzu auch ihr Kommentar (frei wiedergegeben): "Als Deutscher ist man immer hier entweder ein rechter Nationalist oder ganz extrem links und will von Vaterlandsgerede nichts hören. Warum müssen sich die Deutschen denn immer so wehtun? Die Finnen sind doch auch ganz gesund stolz auf ihr Land." Ich stimme ihr da sehr zu!
Und nahm mir vor, bei meinem nächsten Vortrag als Alumnus darauf zu achten und zu betonen, dass die deutsche Kultur genauso liebenswert ist wie die jedes anderen Landes auch.

Stephu (Schlagzeug) beim Proberaum. Mankkaa/Espoo, April 2007.

Danach probten in der Aula öffentlich die Bands, die am Freitag zum Landeswettbewerb Jugend Musiziert Nord- und Osteuropa nach Budapest fahren werden. Die DSH stellt bei den JuMu-Landeswettbewerben traditionell die Hälfte aller Teilnehmer, aber die Menge an weitergeleiteten Bands war umwerfend. Noch viel großartiger waren Vielseitigkeit und Niveau! Besonders erfreut zu sehen war ich, dass Silvius, der kleine aber äußerst erwachsene Bruder meiner guten Freundin Feli, ein echter Rockstar geworden ist. Er spielt Gitarre und singt auf deutsch und ist dabei sehr natürlich und selbstbewusst - für ihn ist Singen wie Reden. Wenn er sich im Ton verhaut, macht er kein großes Getue drum, sondern lässt sich nicht beirren.
Ich kann noch viel von ihm lernen!

Tuesday, 4 March 2008

yaw ym

Zum Teufel mit der Uni! Zur Hölle mit der Arbeit!

So wollte ich immer leben: um 11 Uhr von der Sonne gweckt werden, duschen, zum Supermarkt schlurfen, frühstücken, danach (sozusagen als Nachtisch des Frühstücks) Schokoladeneis in meinem Sessel essen und dabei Simpsons schauen.
Danach was Schönes lesen. Zur Zeit lese ich Bestseller: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück (Francois Lelord) hab ich durch, jetzt Ich bin dann mal weg (Hape Kerkeling). Danach kommt wieder schwerere Kost dran: die zweite Hälfte von Jared Diamonds Collapse wartet noch, dann ist Maya (Jostein Gaarder) dran. Letzteres hab ich von Schwesterherz Anni zu Weihnachten bekommen.

Die Beste. Turku, Sommer 2007.

Die dritte Disziplin der Bohème à la STR: Gitarre raus, Noten raus, neue Stücke lernen. Seit die Ferien begonnen haben, habe ich täglich stundenlang gespielt. Leider etwas einseitig: spanische Romantik und (hauptsächlich lateinamerikanische) Moderne.

Louisa mit pulla. Espoo, Sommer 2007.

Hier eine Liste mit ein paar Dingen, die ich schon zum Frühstück zu mir genommen habe. Mit Frühstück meine ich die erste Mahlzeit nach dem Aufstehen. Bedingung für Lebensmittel auf der Liste ist, dass ich während des Frühstücks nichts anderes gegessen habe. Im Falle von Getränken heißt das, dass ich gar nichts gegessen habe.
  • Schokoladeneis
  • Bier (kein "Katersaufen"!)
  • 700g Spaghetti (vorm Kochen) und ein Glas Pesto Genovese
  • Abendessen
  • Blaubeeren direkt vom Strauch
  • Tequila (siehe Bier)
Mehr fallen mir zum Glück nicht ein, haha!

Friday, 29 February 2008

Schalttaggebrabbel

Ich war heute mit meinem Meteorologie-Grundkurs auf Exkursion bei der Firma Vaisala. Die 1936 von Vilho Väisälä gegründete Firma verkauft weltweit ihre genialen, hauptsächlich meteorologischen Messgeräte.
Auf der Firmenseite finde ich die Sprachauswahl (rechts oben) vorbildlich, weniger vorbildlich finde ich, dass dem Firmennamen sechs Pünktchen fehlen. We're all living in America.

Henkka auf Birke. Pfadfinderwanderung Herbst 2006.

Wieauchimmer, für mich fangen hiermit [TATATATAAAAA] die Ferien an.

Oder eigentlich die Prüfungswoche. Aber ich habe nur eine Prüfung darin. Für die Ferien habe ich mir vorgenommen, viel zu lesen, an den neuen Stücken der Band weiterzuarbeiten, sowie die Hauptstadtregion mindestens einmal zu verlassen. Alles ein wenig vage Vorsätze, aber sie gefallen mir so.


Pfadfinderwanderung Herbst 2006.

Auch bei den Pfadfindern tut sich zur Zeit was. Nachdem wir für eine längere Phase schlechte Absprache unter den Leitern hatten, sodass das Programm fast jeden Donnerstag improvisiert und dadurch oft einseitig war, ist vor kurzem Schwung in die Sache gekommen. Es gab zwei Leitersitzungen, in denen ein vorläufiges Programm für den Frühling ausgearbeitet wurde. Außerdem wurde die sinnvolle Absprache getroffen, dass von vornerein festgelegt wird, welcher Leiter (wir sind vier) an welchem Donnerstag die Leitung übernimmt und anwesend sein muss. Dadurch kommt es nicht zu blöden Situationen, in denen keiner weiß, wer etwas vorbereiten sollte.

Pfadfinderwanderung Herbst 2006.

Ich habe dieses Programm letztendlich auf dem Computer geschrieben, den Pfadfindern verteilt (ich war letzten Donnerstag der verantwortliche Leiter und auch der einzige, der kommen konnte) und den anderen Leitern als .pdf geschickt.

Pfadfinderwanderung Herbst 2006.

Ich hoffe, die Initiative trägt Früchte und wir bekommen ein schönes, mehr oder weniger geschlossenes Programm bis zu den Sommerferien!

Saturday, 23 February 2008

Gesang und Hedonismus

Gestern war die Bandprobe ungewöhnlich früh, denn um halb sechs holte mich Eino am vereinbarten Ort mit dem Auto ab, und gemeinsam mit Tonttu ("Wichtel", eigentlich: Tuomas), Jassu (eigentlich: Jaakko-Antti), Pyry, Andy (Antti) und Bobi (Miika) fuhren wir eng zusammengequetscht 20 Kilometer in Richtung Tampere. Dort, in Klaukkala, bewohnt Joppe (Jorma) mit seiner Frau die eine Hälfte eines malerischen, alten Holzhauses.

In einem entlegenen Winkel des Kampus' von TKK. Herbst 2007.

Aber heute war keine Frau im Haus. Joppe begrüßte uns fröhlich an der Tür. Im durch und durch gemütlich altmodisch eingerichteten Wohnzimmer hatten es sich Tuomo, Sampo und Antti schon bequem gemacht.

Wer sind all diese Herren? Jemand ahnt es vielleicht schon. So verschieden und charismatisch jeder einzelne von ihnen auch ist, haben doch alle eines gemeinsam: sie singen Tenor bei Dominante. Und am Freitag war Tenorstimmprobe (stemmikset im Chorjargon, von stemma = Stimme [ugs.]).

Die stemmikset der Tenöre gelten im Chor als die lustigsten. Während besonders die der Frauenstimmen eher normale Proben bei irgendwem zu Hause oder in unserem Aufenthaltsraum Fermaatti sind, finden die der Tenöre unter dem Motto "Gesang und Hedonismus" statt. Es wird stets gut gegessen und getrunken. Diesmal hatte Meisterkoch Eino 3,5 Kilogramm Rind besorgt, welches er sofort in den Ofen verfrachtete. Joppe hatte einen tollen Salat vorbereitet und kochte obendrein eine göttliche Pilzsuppe. Die Pilze hatte er im Herbst bei seinem mökki selbst gesammelt und getrocknet. Er hatte davon ein riesiges Glasgefäß voll, bei dessem Anblick Eino und Jassu vor Neid laut aufstöhnten. Eino sprach aus, was alle dachten: beim Trocknen schrumpeln Pilze enorm zusammen. Frisch hätte man mit denen bestimmt einen ganzen saavi (großer Wasserbottich in der Sauna, fasst ca. 100 l) füllen können.

Martin bereitet eine Gratination vor. Herbst 2007.

Während das Fleisch garte, machten wir uns an die Johannespassion von Bach. Da die meisten älteren Sänger diese schon mehrmals aufgeführt hatten, war das Proben sehr entspannt. Die anderen meinten, es ginge in erster Linie darum, sie mir - dem Neuen - beizubringen. Das gelang auch recht gut.
Dann Hedonismus. Joppes Suppe begeisterte die Herrschaften, die ersten fünf Rotweine wurden geöffnet. Das Hauptgericht stand ihr in nichts nach. Dem Vegetarier Bobi hatte Jassu ein Rotbarschfilet gebraten. Als alle gesättigt waren, ging eine rege Diskussion los, die bis zwei Uhr in der Nacht dauern sollte. Es wurde über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Tenors sowie des ganzen Chores gesprochen. Zwischendrin wurden immer wieder Anekdoten erzählt, insbesondere von weltweiten Konzerttourneen des Chors (2009 geht es vorraussichtlich nach Japan!) und dem traditionellen jährlichen Tenorsegeln im Mai: auf Passes (Juha) Boot geht es nach Estland.
Zeitweise hatten alle Tränen in den Augen vor Lachen. Auch, als Eino später etwa eine halbe Stunde lang einen sehr unregelmäßigen, lauten Schluckauf hatte. Immer an den passenden Stellen machte es laut "huuuuaps".
Es wurden noch viele Weinflaschen geleert, die Geschichten und der Diskussionsstoff wollten nicht enden. Irgendwann bat Jassu um Aufmerksamkeit und offenbarte uns, das seine Frau Matleena schwanger sei. Als der Jubel sich gelegt hatte, ließ er sogar ein Ultraschallfoto herumgehen.

Martin vor der Rückseite des Kiasma (Museum für moderne Kunst). Herbst 2007.

Ich habe mich schon immer wohl gefühlt im Kreise dieser Herren, aber gestern habe ich sie noch mehr schätzen gelernt. Jeder einzelne von ihnen ist ein ganz kerniger Charakter und jeder einzelne ist mir sympathisch: Der verantwortungsbewusste Andy; der immer gut gelaunte Hippie Bobi; der vornehme Tonttu; Joppe, der ein wirklich großes Herz hat und noch dazu am rechten Fleck; der vernünftige Antti, der keinen Alkohol trinkt; der weltmännische Eino mit seinen starken Meinungen (Zitat: "Ich weiß, dass das nicht die Wahrheit ist. Ich sagte ja: meine Meinung."); Jassu, der immer Rat weiß; der fleißige Pyry, der sich immer gewissenhaft um alles kümmert, wozu kein anderer Lust hat; Tuomo mit seinen schrägen Witzen; sowie Heldentenor Sampo, der seelenruhig die Geschichte zu Ende erzählt, während die anderen schon nicht mehr können vor Lachen. Hoffentlich geht keiner von ihnen zu bald aus dem Chor.

Bobi und Antti waren nüchtern geblieben und fuhren die Bande schließlich nach Hause. Um halb vier zog ich die Vorhänge zu, ließ den Wecker ungestellt und schlief glücklich ein. Achtung, stefanscher Superlativ: Es war definitiv einer der besten Abende meines Lebens.

Tuesday, 19 February 2008

Heraldiikkaa

Dieser Blogeintrag ist vollkommen überflüssig. Daran ist natürlich Wikipedia Schuld. Alles, was ich hier an hieb- und stichfesten Fakten servieren werde, steht dort nämlich auch. Und zwar im Artikel "Wappen Finnlands".

Genau, darum soll es heute gehen. 2002 habe ich das Pfadfinder-Hobbyabzeichen Heraldik (Wappenkunde) absolviert. Damals musste man auch erklären, was die einzelnen Details des finnischen Staatswappens bedeuten. So schaut's aus:

Der Löwe stammt aus der Zeit der schwedischen Herrschaft über Finnland. Der Löwe hält ein westliches Schwert, während er einen russischen Säbel mit den Füßen niedertritt. Die neun Rosen stehen für die neun historischen Landschaften Finnlands:

  • Varsinais-Suomi bedeutet "Eigentliches Finnland"; es liegt ganz im Südwesten. In V-S liegt die Stadt Turku, unter der schwedischen Herrschaft die wichtigste Stadt Finnlands.
  • Über Satakunta weiß ich nichts.
  • Ahvenanmaa ist eine Inselgruppe. Besser bekannt ist sie unter dem schwedischen Namen Åland. Heute ist Ahvenanmaa ein autonomes Gebiet. Die offizielle Sprache ist schwedisch; nur 5% sprechen finnisch als Muttersprache.
  • Uusimaa - "Neuland" - ist ein schmaler Streifen an der Südküste. Hier wohne ich!
  • Häme in Mittelfinnland heißt auf schwedisch Tavastland. Die Union der Studenten aus Häme ist die reichste, größte und vielleicht aktivste Studentenunion der Uni Helsinki. Ihr gehörte früher der mittlerweile berühmteste Rock-Club Finnlands, der im Gebäude der Union liegt. Deshalb heißt er auch heute noch Tavastia.
  • Savo im Osten ist typisch finnisch: wald- und seenreich. Der Saimaa, der größte See des Landes, liegt dort. Der Dialekt der Region ist ein furchtbares Gemurmel. Martin singt im Chor der Studentenunion von Savo, SOL.
  • Karjala, auf deutsch Karelien, liegt ganz im Südosten. Die Region gilt oft als die Wiege der finnischen Kultur; weite Teile des Nationalepos Kalevala basieren auf Erzählungen und (zum Teil gesungenen) Gedichten aus dieser Region. Im Winterkrieg 1939-1940 verlor Finnland dauerhaft Teile Kareliens an die Sowjetunion. Das Wappen passt wie die Faust auf's Auge. Darin sieht man auch wieder den Ost-West-Konflikt: Schwedenschwert versus Kossackensäbel.
  • Pohjanmaa, auf schwedisch Ostrobottnia ist im Vergleich zu den anderen historischen Landschaften riesig. Sie zieht sich von der Ostsee bis an die Ostgrenze. Hier gibt es viele Flüsse.
  • Lappi ist der finnische Name für Lappland. Der heutige Bezirk Lappi ist allerdings größer als die historische Landschaft; es kamen weite Teile von Nord-Pohjanmaa dazu. Deshalb ist auch das heutige Wappen der Region geteilt: Links der Riese mit der Keule, rechts drei der sechs hopsenden Hermeline aus dem Wappen von Pohjanmaa. Sehr elegant.
Zum finnischen Wappen stand im deutschen Wikipedia-Artikel auch nicht viel mehr, als ich noch auswendig wusste und oben geschrieben habe. Das freut mich: Scheinbar weiß ich fast alles über das hübscheste Staatswappen Europas, was nach Meinung des deutschen Volkes darüber wissenswert ist.

RRRRAAAAAHHHH!

Wenn ich von einer Dame gefragt werde, mit wem ich zusammen wohne, und ich antworte: "Mit einem Freund.", bekomme ich oft als Nächstes augenzwinkernd oder auch nicht die Frage: "Dann esst ihr sicher jeden Tag Tiefkühlpizza?" an den Kopf geworfen. RRRRAAAAAHHHH!

Martin und ich machen Frühlingsrollen selbst. Frühling 2007.

Torsti und ich sind, verglichen selbst mit den meisten durch das echt gute Mensaessen verwöhnten Studenten, Gourmets. Wir geben deutlich mehr Geld für Nahrung als für Alkohol aus, was unter Studierenden nicht selbstverständlich ist. Glaubste nicht? Kostprobe:

Wir haben zur Zeit 6 verschiedene kaltgepresste Öle im Haus: Raps, Olive, Walnuss, Argannuss (bio), Mandel (bio, gehört eigentlich Stephu). Außerdem unter anderem Balsamico, Himberessig, zwei Sorten Tabasco, Kochsherry, zahllose Kräuter und Gewürze, Quinoua, Amaranth, Sesam, Mohnsamen, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, acht Sorten losen Tee.
Muss ich erst BHs tragen und mir die Haare flechten (Reverse Feminism, haha), dass die holde Weiblichkeit erkennt, dass es auch Knaben gibt, die sich ihr Pesto selbst zusammenschreddern und nur ab und zu mal einen Tiefkühlkuhfladen von Lidl in ihrem Verdauungstrakt versenken?

Nennenswert ist noch unser Müsli; das mischen wir uns immer selbst direkt in die Schale. Ich habe ein Diorama erstellt zwecks Zutatenbestimmung:

Auch hier: luomu bedeutet bio.

Es fehlen auf dem Bild: Vanillezucker (immer), verschiedene Sorten Schokolade (selten) und Mohn (selten). Nicht selten hingegen ist, dass all die feinen Dinge im Bild ihren Weg in die Schale finden. Was in unserem Schrank noch fehlt, sind Nüsse und Trockenfrüchte.

P.S.: Damit jetzt nicht alle wieder denken, ich sei ein ganz übellauniger Gnom: Wenn ich erkenne, dass meine Gegenüberin mit ihrem Kommentar einen Witz machen will, hat sie mein strahlendstes Lächeln garantiert.