Friday, 7 November 2008

Christchurch (26. - 28.10.2008)

Auch die lange Fahrt nach Christchurch ging zunächst noch durch malerisch verschneite Landschaften. Langsam kamen wir in trockenere und wärmere Gebiete. In Christchurch selbst, welches an der Ostküste liegt, war es sommerlich bei über 20 Grad. Zum ersten Mal hatte ich in Neuseeland das Gefühl, in einer richtigen Stadt zu sein. ChCh hat 400 000 Einwohner. Den Abend nach der Ankunft verbrachten wir wie gewohnt mit Entspannen und gemeinsamem Kochen.

Der nächste Tag begann mit einem ausgedehnten Besuch des Antarctic Centre. Nur Teile Südamerikas liegen näher an der Antarktis als Neuseeland; von Christchurch zur neuseeländischen Forschungsstation Scott Base auf dem Kontinent sind es schlappe 3000 Kilometer. Auch die USA verwenden Christchurch als Tor zu ihrer, der neuseeländischen sehr nahe gelegenen Basis McMurdo Station. Aus gutem Grund liegt das Antarctic Centre neben dem internationalen Flughafen.
Es handelt sich um ein modernes Museum für alle Altersstufen, mit sehr gelungenen Animationen und Videos auf zahlreichen Bildschirmen. Auch dürfen viele Ausstellungsstücke wie zum Beispiel Expedititionsausrüstung und Steine aus der Antarktis ausdrücklich angefasst werden.
Es gibt einen gekühlten Raum mit Schnee, in dem ein antarktischer Sturm simuliert wird. Als gestandene Finnen konnten wir natürlich nur müde lächeln... bis uns die Mundwinkel einfroren. Kleiner Spaß, die Temperatur betrug stabile -8°C und man bekam eine Jacke. Besonders für die kleinen Gäste gibt es auch ein Pinguingehege. Die Tiere gehörten der Rasse Little Blue. Um 14:00 wurden sie von einem liebevollen Pflegerpaar mit stinkenden kleinen Fischen gefüttert. So stelle ich mir den Geruch von garum (auch liquamen genannt) vor.

Alles in allem bot das Antarctic Centre eine sehr lehrreiche und unterhaltsame Exkursion.

Nach einem vitaminreichen gemeinsamen Mittagessen in der Herberge gingen wir die Stadt in kleinen Splittergruppen erkunden, zum Teil auf sehr ähnlichen Routen. Viele wollten sich dem Sonnenschein keine Sekunde entziehen und gingen direkt in den großen botanischen Garten, der von einem noch größeren "normalen" Park umgeben ist. Ich folgte dem Rat meines Reiseführers, der einen Besuch des Arts Centre, einem neogotischen Gebäude voller Kunst- und Kunsthandwerkboutiquen, empfahl. Da ich ein großer Freund von Kunsthandwerk sowie immer auf der Suche nach stilvollen Artefakten bin, und das Art Centre direkt auf dem Weg zum Park lag, stattete ich ihm noch einen gründlichen Besuch ab. Toni begleitete mich. Sehr empfehlenswert! Auch traditionelle Māorikunst ist vertreten, wenngleich nicht besonders stark.
Anschließend spazierten auch wir lange durch den botanischen Garten und genossen Sonne, blauen Himmel, Baumriesen, bunte Blüten und den Kanal mit seinen kleinen Ausflugsgondeln alla Venezia. Aufgrund der enormen Größe der Grünfläche war es auch nicht weiter verwunderlich, dass wir von den anderen keine Spur sahen.
Anschließend statteten wir dem Domplatz einen Besuch ab. Der Dom ist ebenfalls neogotisch in grau gehalten - typisch Christchurch. Da es auf dem zentralen Platz nicht viel zu sehen gab, zumal der Dom bereits geschlossen war, und da Christchurch ein Liebling asiatischer Touris ist, hielt es uns dort nicht lange.
Zum gemeinsamen Abendessen fanden sich alle wieder in der Herberge ein. Heute war frühes Schlafen angesagt, denn am nächsten Tag mussten wir bereits gegen acht abfahren, um die Fähre auf die Nordinsel zu erreichen.

Die Fahrt nach dort oben war echt ein Nervenkitzel... einen halben Meter vom Rad entfernt geht es stellenweise fast senkrecht runter. Und von Leitplanke keine Spur!

Ilkka wirft einen Schneeball.

Esko der Māori. (Esko ist ein finnischer Name.)

Mt. Hutt mit Skizentum.

Vielerorts standen die Schafe auch doppelt so dicht.

Hei hei!

Zur Lage der Nation.

Seebär, zum Glück ausgestopft.

Christchurch. Rechts die Schienen der historischen Straßenbahn, unter der Brücke die Avon, im Hintergrund links der neogotische Dom.

Neogotik in Christchurch.



Botanischer Garten Christchurch.

Eingangshalle der Kunstgalerie.

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