Lehrer Janne zeigt irgendwas. Kalt war's! Januar 2008.
In den letzten Wochen waren diese Listen sehr lang! Und ich fühle mich langsam etwas am Ende mit meinen Kräften. Ich bin's aber auch selber Schuld: Ich hab einfach zu viel zu tun! Ich bin verantwortlicher Pfadfinderleiter; Dirigent, Komponist und Musiker einer Band, Notenverantwortlicher und Sänger in einem Chor, der gerade drei Auftritte mit verschiedenem Programm innerhalb von vier Wochen hat; Vizevorsitzender meiner Fachschaft Geysir; Vorsitzender des Vereins für ethische Ernährung pOTAatti und spiele nebenbei noch Gitarre. Einige kleinere Aktivitäten kommen noch hinzu (Schlagzeug, zweiter Chor, Jugendclub, Arbeit als Stützunterrichtslehrer).
Dazu bin ich gerade dabei, im Frühlingssemester 43 Studienpunkte zu machen (30 sind empfohlen). Wie blöd kann man eigentlich sein? Ich meine, ich spreche nicht mal mehr Frauen an; ich hätte eh keine Zeit für eine Freundin. Für jemanden, der gerne mit Freunden rumhängt, liest und träumt, ist das Programm auch so eine Tortur.
In meinem ersten Einzelgespräch beim Auswahlseminar der Studienstiftung des deutschen Volkes sagte das Komissionsmitglied zu mir: "Ich provoziere jetzt mal ein wenig. Sie machen ja tausende verschiedene Sachen. Meinen Sie nicht, dass Sie ein bisschen das verkörpern, was man lack of focus nennt?" - ich antwortete lachend: "Ich nenne es multitasking."
Zudem gibt mir das Studium Stoff zum Nachdenken - der wunderbaren Welt der Physik kehre ich gewiss nicht den Rücken. Aber die Wahl des Hauptfachs und der Nebenfächer ist schon schwieriger! Und die der einzelnen Kurse ebenfalls. Ich bin hin und hergerissen, erspare euch aber Details. Die kriegt mein Papi zu hören, wenn die Familie aus dem Urlaub zurück ist. Physiker verstehen einander, aber auch sie brauchen mehr als Formelzeichen zur Kommunikation. Glücklicherweise.
Zu Ende des oben genannten Auswahlgesprächs meinte der sehr freundliche Herr: "Nun, um Ihre Zukunft mache ich mir keine Sorgen." - ich sagte wahrheitsgemäß: "Ich mir schon."
Es macht wenig Sinn, zu viele Kurse auf einmal zu machen - so bleibt neben den Aufgaben und Routineübungen oft zu wenig Zeit, kreativ zu denken und wirklich auf höherer Ebene zu lernen. Ich sollte nur 35 Punkte machen, aber dafür genauso viel Zeit aufwenden wie ich es jetzt tue.
Hier liegen Stapel von geliehenen und eigenen Büchern herum, ich lese wöchentlich etwa 50 bis 100 Seiten in ihnen. Das klingt für einen Germanistikstudenten natürlich lächerlich wenig, aber naturwissenschaftliche Texte haben es in sich. Manchmal brauche ich zehn Minuten, um den Inhalt einer einzigen Seite wirklich zu verstehen. Überfliegen nützt meist gar nichts.
Unter den Bergen von Wörter- und Formelsalat und der Suche nach echter Erkenntnis komme ich mir vor wie Frankenstein oder Faust. Manchmal will ich aber lieber wieder Mephisto sein!
1 comment:
Try this:
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Jürgen
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