Ich besuche einen Kurs, der zwar langweilig klingt, aber klasse ist: Einführung in die Statistik. Besonders meine Mama freut das, denn die ist ja bekanntlich Statistikerin. Der Kurs ist für Studenten sämtlicher Fakultäten gedacht, für viele Fächer sogar Pflicht (Natur- und Sozialwissenschaftler). Aus diesem Grund findet er nicht auf meinem eigenen Campus in Kumpula statt, sondern auf dem in Zentrum/Altstadt, im Hauptgebäude der Uni neben dem Dom. Der Dozent, Kimmo Vehkalahti, ist ein spitze Typ. Er hält den Kurs zum ersten Mal und hat auf dessen Internetseite einen langen Aufsatz über seine Gedanken dazu, was Statistik ist und was nicht, sowie dazu, was der Einführungskurs beinhalten sollte und was nicht, veröffentlicht. Und ich teile seine Meinungen weitgehend.
November 2005 auf der Grenze zwischen Helsinki und Vantaa.In der letzten Vorlesung schauten wir verschiedene Diagrammtypen an. Einige von ihnen stellten auf verschiedene Art und Weise die Durchschnittstemperaturen der einzelnen Monate in Helsinki, aufgezeichnet seit fast 200 Jahren auf der Wetterstation Kaisaniemi, dar. Einige besonders extreme Werte waren einzeln eingezeichnet und mit Jahreszahlen beschriftet.
Beeindruckend war der Januar 1987. In ihm betrug die Durchschnittstemperatur -16,5°C!
Kimmo sagte hierzu:
"1987. Das war ein saukalter Winter, besonders um die Jahreswende. Wenn ich an die Statistiken zur Altersverteilung der Studenten in diesem Kurs (die wir analysiert hatten) denke, rechne ich mir aus, dass da einige von euch da gerade in eine kalte Welt hineingeboren wurden (monet teistä syntyivät kylmiin olosuhteisiin). Ich selbst war da gerade einen gewissen Staatsdienst in der Nähe der Ostgrenze am absolvieren. Ziemlich ungünstiger Zeitpunkt für solche Albernheiten: wir hatten tagelang -40 Grad, es war ätzend."
Ich genieße es immer wieder, wenn clevere Leute sich über die Lächerlichkeit des Wehrdienstes auslassen. Er hat übrigens weder das Wort "armeija" noch das Wort "puolustusvoimat" verwendet, sondern nur mit verschwörerischen Ton von einem "gewissen Staatsdienst" geredet. Das machte das Gesagte noch lustiger.

1 comment:
Ich denke nur mit Grausen an meine Pflichtkurse Statistik I und II. Unser Dozent versuchte manchmal witzig zu sein und war vieles, nur nicht das. Die von ihn gewählten Beispiele (besonders am Anfang als es um Scheinkorrelationen ging) waren so offensichtlich, dass die Berechnung stets eine Fingerübung und eine Beleidigung des Intellekts war. Besonders als es um den Chi-Quadrat-Test ging, war ich immer wieder am Aufstöhnen.
Vielleicht war der Dozent ein guter Wissenschaftler, aber als Dozent war er schrecklich!
Der Spaß an der Statistik konnte mir aber nicht ausgetrieben werden!
2. Ich sage zunächst stets "und dann machte ich meinen Dienst für Vater Staat". Ich gehörte als Kriegsdienstverweigerer noch zu einer kleinen Minderheit und Menschen in meinem alter und besonders ältere haben wirklich noch Vorbehalte gegen uns "Drückeberger".
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