Tuesday, 9 September 2008

EKNT08 und Alumni-Tagung des Europa-Kollegs

(Geschrieben 5.-9.9.2008)

Das war der Sommer 2008; ich sitze im Flugzeug nach Finnland. Mainz und Helsinki teilen sich bescheidene 15°C, das erste Blattgold blättert von den Bäumen.Ich will gar nicht groß rekonstruieren, was der Sommer alles mit sich gebracht hat, eine kurze Zusammenfassung sollte genügen. Danach sind wir wieder bei aktuellen Themen.

Den Juni verbrachte ich bei meiner Familie in Deutschland. Im Juli ging es mit der ganzen Familie - zum ersten Mal seit Langem eine Reise zu fünft im Auto - durch das Baltikum nach Helsinki. Halte waren Lübben (Spreewald), Posnań, Toruń und Kaunas. Mit der Fähre ging es schließlich von Hellin nach Talsinki.In Helsinki hielt es Annika, Martin und mich nicht lange und so entwendeten wir das elterliche Auto sowie Martins Freundin Minna und fuhren in den hohen Norden. Road trippin'.

Über Stockholm und Göteborg begleitete ich meine Eltern zurück nach Mainz. In Ahrweiler wohnte ich dann drei Wochen bei meiner Oma und jobbte als Kellner.
Eine Lebenserfahrung und eine Narbe reicher ging es als grande finale nach Mardorf bei Hannover zum EKNT08 (// Europa-Kolleg-Nachtreffen 2008) und zur anschließenden offiziellen Alumnitagung des Kollegs in Loccum.

Mardorf, seines Zeichens Weltmetropole, stellte sich in meinen Augen schnell als ein gut geeigneter Ort für eine Woche unter *hust*FREAKS*hust* da. Wir waren unter uns und isoliert, doch gab es in der Nähe alles, was zur Freizeitgestaltung nötig war: ein Meer (nämlich das Steinhuder) mit Strand (die Weiße Düne), ein Getränke- und Supermarkt, eine
 Tischtennisplatte, ein gemütlicher Aufenthaltsraum mit Kühlschrank für lange Abende und kurze Nächte. Durch einen Mangel von äußeren Einflussen (außer dem Geruch von Kuhdung) konnte man sich voll und ganz auf seine neu kennengelernten Mitmenschen konzentrieren. In einer Großstadt wäre ein so intensiver Austausch in so kurzer Zeit vielleicht nicht möglich gewesen.

Gegen den Lagerkoller wappneten wir uns dennoch durch Tagesausflüge nach Hameln, Hildesheim, Bremerhaven (Deutsches Auswandererhaus!) und Hamburg.
Im gecharterten Bus ging es anschließend nach Loccum, wo die offizielle Alumni-Tagung des Europa-Kollegs stattfand. Diese war mit 28 Teilnehmern plus Mentoren noch eine Nummer größer als sowohl das Europa-Kolleg selbst als auch das Nachtreffen. In drei Themen-Sektionen wurden hier Referate gehalten und diskutiert; das Impulsreferat zur Eröffnung hielt der schweizer Schriftsteller Professor Adolf Muschg. Der Titel der Tagung - "Europa weiter bauen" war gut gewählt. Die Dauer der Tagung war mit vier Tagen natürlich viel zu kurz. Es hätte sich eher um eine Wochung handeln sollen!

Der Abschied kam viel zu schnell. Leider hatte ich es am Bahnhof von Hannover auch noch eilig und so bekamen nur diejenigen überhaupt einen von mir, die mit mir die spätere S-Bahn genommen hatten. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Eine besondere Verbundenheit verspüre ich zu den Teilnehmern des EKNT08. Ich möchte mich bei Sara, Sarah, Marina, Despi, Joana, Tonja, Ljussi, Jürgen, Benu, Fernando, Dana, István, Mateusz und Martin für ihr Kommen und alles Weitere sowie bei Jürgen für die Hauptlast der Organisation bedanken. Für mich ist das EKNT09 schon Realität. Budapest?

Sunday, 1 June 2008

3 x tystnad afton i Veikkola

Viele Kilometer nordwestlich der lärmigen Straßen Helsinkis liegt Veikkola, ein versprengtes Dorf von über 5000 Einwohnern (2006, Tendenz seitdem stark steigend). Dort liegt auch, auf einem Felsen, der sich hoch über das umliegende Nichts erhebt, das schulzsche Elternhaus, dessen Nebenhaus einen Werkzeugschuppen und eben auch unseren Probenraum beherbergt.


Wer im Zentrum von Veikkola die Buslinie 280 verlässt, ist noch lange nicht am Ziel - in den Eerikinkartanontie 310 sind es noch 310/100 = 3,1 Kilometer*. Ja, so berechnen sich die Hausnummern in Gegenden eines dünn besiedelten Landes, die ganz besonders dünn besiedelt sind! Gemessen wird vom Anfang des Weges.


Wenn kein Auto oder Fahrrad zur Verfügung steht, muss dieser Weg durch Wälder und Wiesen gelaufen werden. Null problemo, das Laufen gleicht eher eine Wallfahrt als einem Gewaltmarsch; es gibt immer was zu sehen und wenn einem der Staub nicht die Kehle austrocknet, kann man ein paar Liedchen trällern. (Torsti und ich haben sogar mal einen Dachs gesehen.)


So haben wir vor genau einem Jahr ums manche Mal den Asphalt bezwungen. Und ich habe natürlich Fotos gemacht.


Dieses Jahr werden wir wohl nicht mehr richtig nach Veikkola kommen, schade.

Monday, 26 May 2008

Good Times!

Wie im letzen Artikel schon zwischen den Zeilen geschrieben stand, geht es hier recht sommerlich zu. Ich will in drei Bildern mal illustrieren, was ich unter Leben verstehe:

1) Knackige Knaben und hübsche Frauen! In diesem Fall Dr. Jördens und Martins First Lady Minna.

2) Guud fuud.

3) Musique.

Alles Andere lässt sich mit ein bisschen Phantasie mehr oder weniger durch diese Elemente definieren; die ollen Griechen haben es ja auch geschafft, die Welt aus Wasser, Erde, Feuer und Luft zu konstruieren.

Alle Fotos sind bei Martin und Dr. Jördens gemacht, bei denen wir meine alte Raclettemaschine (Geburtstagsgeschenk zum 19. von meinen wundervollen Freunden) angeschmissen haben. Das letzte Foto hat Minna mit meiner Nikon gemacht.

P.S.: Ich habe noch keine Lösung für das Wenn-ich-Beiträge-vom-Mac-aus-schreibe-kann-man-die-Bilder-nicht-vergrößern-Problem gefunden. Ich überlege derzeit, ob ich von Blogger zu WordPress wechseln soll.

Picnic auf Suomenlinna

Äänenkannattajat ist ein internationaler Studentenchor, viele der Sänger sind Austauschstudenten. Das bedeutet, dass es besonders vorm Sommer jedes Jahr viele Abschiede gibt. Mein Mitbewohner Torsti ist ebenfalls im Exil; er macht ein dreimonatiges Praktikum in Cuba. Er studiert Agrarbiologie. Mal sehen ob er zurück kommt, oder ob er aus politischen beziehungsweise privaten Gründen auf der anderen Seite vom Teich bleiben will/muss. :)

Das Denkmal von Augustin Ehrensvärd, der den Bau der Festung leitete.

Viele Abschiede gehen natürlich einher mit vielen Abschiedsparties. Diese gab es in all
en Formen und Farben. Eine besonders gelungene war gestern: der Sonntag wurde mit einem Picnic auf Suomenlinna, der ehemaligen Festungsinsel vor Helsinki, begangen. Anwesend waren etwa 20 Leute, zwei Gitarren und eine Trommel (meine). Wenn ich die Exkursion mal in wenigen Adjektiven zusammenfassen müsste, würde ich sagen, sie war klangvoll und ausgelassen. Das Wetter war herrlich, allerdings ist es auf der dem offenen Meer zugewandten Seite immer enorm windig. Das Ergebnis war, dass ich meine Jacke immer wieder an- und auszog, da ich abwechselnd zu schwitzen und zu frieren drohte.

Keine Sorge, den Müll haben wir wieder mitgenommen! Wie kämen wir denn dazu, Weltkulturerbe zu versauen???

Leider war die Speicherkarte meiner Kamera voll; vielleicht auch gut so. Der Sonnenuntergang von Suomenlinna aus gesehen ist etwas, was man mit Meereswind in den Locken genießen muss, haha!

Saturday, 10 May 2008

Zurück aus dem Süden

Ich war die letzte Woche auf Reisen, beim Geophysikalischen AktionsProgramm in Kiel usw.. Seit Dienstag bin ich wieder zurück. Seitdem versuche ich hier, mich von lauen 20°C (!!!) und Sonnenschein nicht vollständig vom Lernen abhalten zu lassen, haha.

Hier geht gerade alles ein wenig drunter und drüber: jed
en Tag Chorauftritte mit Äänenkannattajat; Feiern und Treffen; Prüfungen...

Genannt seien auch noch die Spülmaschine, die gerade kaputt gegangen ist (das berühmte "Wo-kommt-denn-plötzlich-das-ganze-Wasser-her?") und meine Schulter, die höllisch wehtut (was mich unter anderem am Gitarre spielen hindert!) und w
egen der ich demnächst einen Arzt aufsuchen muss.

In Gränna am Vättern-See, Schweden

Ich habe einen kleinen Reise-Eintrag verfasst, den ich eigentlich schon längst veröffentlichen wollte, aber aufgrund jüngster Entwicklungen lässt er noch etwas auf sich warten. Bis dann!

Sunday, 27 April 2008

El Maco

„Hamse mal tausend Euro?“   Er ist teuer trotz Studentenrabatt. Er ist flink wie eine Ameise. Er ist leise wie ich als Baby... NOT! Er ist praktisch wie ein Schuhlöffel. Er glänzt wie die atropinträchtigen Augen einer andalusischen Señorita. Er ist weiß wie ein Satellitenfoto von Grönland im Juli. Er hat einen Apfel auf dem Rücken wie ein Igel, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Er heißt El Maco, wie der doofe Hamburger von McDagoberts.

Mit bürgerlichem Namen allerdings MacBook. Seit 12 Tagen erleichtert er mir erheblich das Leben.

Mein Hintergrundbild: Das Sibelius-Denkmal, fotografiert letzte Woche.

Saturday, 26 April 2008

Klassenfahrt nach Velskola

- Geschrieben am Montag, den 21.4., dem ersten Tag der Klassenfahrt -

Velskola ist ein malerisches Landschulheim etwa 25 Kilometer von Helsinki. Es gehört noch zur Stadt Espoo und ist daher mit Linienbussen günstig zu erreichen. Schon seit langer Zeit ist es das Standart-Klassenfahrtziel der vierten Klassen der DSH. Als ich nach Finnland und in ebendiese Klassenstufe kam, war ich dort. Jetzt, zehn Jahre später, bin ich wieder hier --- als Betreuer.

Im Hintergrund das Gebäude, in dem wir hausten.

Ich fackelte nicht lange, als mich mein letzter Klassenlehrer Rainer anrief , erzählte, dass die Lehrerinnen Jessica und Stefanie die 4a in die finsteren Wälder Nordost-Espoos entführen würden, und fragte, ob ich nicht Lust hätte, den dritten Mann zu mimen.
Von Montag bis Mittwoch sitze ich nun hier fest – genial! Flucht vorm Alltag, Eskapismus! Vorm Studium fliehe ich nicht, das will ich auch gar nicht. Macht ja trotz allem Stress Spaß. So habe ich außer Gitarre, Noten und Kamera auch Kursmaterialien, Aufgabenblätter und
 MacBook dabei. Auf Letzteres habe ich einige .pdf:s von den Internetseiten verschiedener Kurse geladen.

Da links ging es sehr tief und steil runter. Ich hab den Damen einen Riss im Felsen gezeigt und gesagt: "Näher als das geht ihr mir nicht an den Abhang!" Haben die sich sofort dran gehalten, fand ich toll.

Bis jetzt läuft hier alles wie Spucke auf der Türklinke, die Mädchen sind braver als die Jungs, das Wetter ist blendend. Wir drei Betreuer haben Einzelzimmer, auch wenn ein paar Mädchen, die in mir einen Vertrauten gefunden haben, es nutzen, um die geheimen Aktivitäten der Knaben zu überwachen. So kommt es schon mal vor, dass ich zugeraunt bekomme: „Die Laura ist jetzt als Agentin bei den Jungs, wir haben gleich Geheimtreffen in deinem Zimmer.“ --- wie gesagt, alles im Lot aufm Boot. Auch zum Lernen und Gitarre spielen komme ich hier, beispielsweise, wenn die Pänz gerade Schätze suchen (die ich, wie sich herausstellt, „entwendet“ habe, sodass die Schatzsuche zur Stefanjagd wird).

Bisweilen spüre ich in den Knochen, dass ich bald zwanzig werde. Ich werde aber auch hart in Anspruch genommen - die lieben Mädels reichen mir Taschen zum Tragen; wollen Huckepack genommen werden (und dann schreien sie „RENN!“ was ich Idiot auch noch mache); zerren mich kurzerhand dahin, wo sie mich gerade haben wollen. Von wegen leicht verdiente Kohle! Da lobe ich mir doch die zukünftigen Bartträger. Die gehen wenigstens nur im Wald verschollen und müssen gesucht werden...

Auf dem Weg zum See.

Zum Glück gibt es reichlich Essen und ruhige Momente. Auch eine Flasche Rotwein für nach Sonnenuntergang haben die Lehrerinnen dabei. Wie man sieht, mir geht’s gut.
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Nachbemerkung: Nach der Fahrt hatte ich erst mal ein wundervolles Fieber incl. extremen Kopfschmerzen, die ich allerdings innerhalb von 1,5 Tagen praktisch komplett loswurde. Die Krankheit hinderte mich nicht daran, am Mittwochabend ins Konzert von E.S.T. und am Donnerstagmittag in die Statistikprüfung zu gehen. In letzterer brauchte ich zwar etwa eine Stunde, um einen halbwegs klaren Kopf zu bekommen, sie ging aber dennoch sehr gut, den Zeitmangel gab es nicht.